The Eichhörnchen Hunter

 

 

Hallo, mein Name ist Angelika. Ich bin ein äh gaaaaaanz normales Mädchen. Vielleicht ein bisschen untypisch oder besser gesagt, ich bin ein absoluter Freak. Na ja, um meine doch sehr untypischen Hobbys, wie extrem Sport und Gitarre spielen zu finanzieren habe ich auf eine Anzeige in der Zeitung geantwortet. Es folgt ein wörtliches Zitat:

Hallo Kiddies, wir suchen ein paar kleine, dämliche Kinder, die so dumm sind und ein paar komische Prospekte austragen und sich dann auch noch mit einer extrem miesen Bezahlung zufrieden geben.

Ich hab sofort gewusst: DAS ist es. Dieser Job ist mir wie auf den Leib geschneidert, besser kann es nicht mehr werden. Ich antwortete sofort, da ich Angst hatte, das andere Kinder die gleiche Idee hatten. Mir wurde umgehend mitgeteilt, das ICH ausgewählt worden war und mich glücklich schätzen sollte, da sich tausende von anderen Kindern auch beworben haben, aber sie hielten MICH am geeignetesten für diesen Job. Mein Gott, war ich an diesem Tag stolz. Ab jetzt sollte ich also jeden Samstag Edeka Prospekte austragen. (Wir lieben Lebensmittel) Kein Problem für mich, ich war extrem motiviert, doch irgendwann wurde alles anders..........

Samstag, der 12. Dezember 2006

Wie jeden Tag ging ich auch heute pünktlich um 12.00 Uhr los um meine Lebensaufgabe, Edeka Prospekte austragen, zur Zufriedenheit meiner Arbeitgeber zu erfüllen. Als ich glücklich von meiner Arbeit Heim kam, um ein paar Gespräche mit interessanten, alten Damen bereichert, bemerkte ich, wie mich ein Eichhörnchen verfolgte. Plötzlich war es nicht mehr hinter mir, ich wurde nervös. Ich tat mich gerade als verrückte ab und wollte schon weiter gehen, als ich bemerkte, das eben genanntes pelziges Tier vor mir auf der Straße stand und mich mit bösartig glitzernden Augen anstarrte. Ich starrte zurück und wurde zunehmend nervöser. Ich war ganz allein auf dieser Straße, keine Menschenseele weit und breit, niemand würde mir helfen können, wenn dieses Tier versuchen würde mich anzugreifen. Ich war kurz abgelenkt und diesen Moment nutzte dieses kleine, intelligente Tier um zu mir hinüber zu hüpfen und auf meine Umhängetasche zu springen und neugierig hinein zustarren. Ich stieß einen lautlosen Schrei uns und lies die Tasche angewidert fallen. Alle Prospekte die noch darin waren, kullerten auf den Boden. Das Eichhörnchen gesellte sich neben die Prospekte und starrte sie neugierig an. Ich verstand, dass es das Eichhörnchen eigentlich nicht auf mich abgesehen hatte, es wollte nur einen Prospekt haben. Verständlich, denn ich meine, auch Eichhörnchen wollen informiert sein. Ich bückte mich und wollte gerade einen beliebigen Prospekt von der Straße aufheben und dem Eichhörnchen geben, als es mich wütend in die Finger biss. Es sollte eigentlich höllisch weh tun, aber ich war Schmerz bereits gewöhnt. Tja, wer täglich boxen ging, spürte bald keinen Schmerz mehr. Na ja, egal. Ich verstand, dass es das Eichhörnchen auf einen bestimmten Prospekt abgesehen hatte, also lies ich es suchen. Nach 2 min langem zerren und schieben entschloss es sich für einen der untersten Prospekte. Ich erkannte mit Schrecken, dass er zerrissen war, ich wollte ihn dem Eichhörnchen gerade aus den Pfoten nehmen und einen Neuen geben, doch es schien sich für diesen entschlossen zu haben und ihn um nichts in der Welt wieder hergeben zu wollen. Also, packte ich die anderen Prospekte in meine Tasche und sah gerade noch aus dem Augenwinkel, wie das Eichhörnchen auf die, rechts neben der Straße liegende, Baumalle zusteuerte. Nachdem ich meine Tasche gepackt hatte und mich mit einem verunsichertem Blick nach dem Eichhörnchen umsah, ging ich weiter. Ich fühlte mich sicher und großartig sozial. Heute, so kurz vor Weihnachten, hatte ich eine gute Tat vollbracht. Ich ging ganz entspannt entlang der Allee, bis ich aufeinmal einen hasserfüllten, aggressiven Angriffsschrei wahrnahm. Ich starrte senkrecht in die Luft und sah wie das Eichhörnchen von einem Baum sprang und eindeutig versuchte mich durch einen Luftangriff zu töten. Ich hatte fürchterliche Angst, doch statt das ich stehen blieb und gaffte, wie es sonst meinem Naturell entsprach, rettete ich mich durch einen todesmutigen Sprung nach links. Dummerweise krachte ich durch diesen Sprung direkt gegen das Wahrzeichen unseres Dorfes. Einen 2m großen Gartenzwerg. Ich verlor auf der Stelle das Bewusstsein.

Als ich das nächste Mal aufwachte erlebte ich einen riesigen Schock, ich lag auf der Straße, unfähig mich zu bewegen und hatte tierische Kopfschmerzen. Ich griff ganz automatisch nach meiner Umhängetasche, in der sich mein Handy befand. Ich erwartete ein gewisses Gewicht, doch dieses blieb aus. Ruckartig richtete ich mich auf und starrte in meine Tasche, sie war leer, sämtliche Prospekte waren weg!!!!! Um die Tasche herum sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Überall zerrissene Papierfetzen und Kratzspuren. Es war ein fürchterlicher Anblick. Ich durchsuchte meine Tasche und stellte enttäuscht fest, das sowohl mein Handy als auch meine Geldbörse samt Innhalt noch da waren. Also musste ich meine „Ich-wurde-von-Räubern-ausgeraubt“ These wieder verwerfen. Kann man sich an  den Gedanken gewöhnen, das man von einem verrückten, Edeka Prospekt fanatischen Eichhörnchen überfallen wurde? Falls ihr es könnt, schickt mir eine E-mail wie es geht, ich habe es nicht geschafft. Ich rief unter Schock die Polizei an und schilderte ihnen, was vorgefallen war, ich lies allerdings das Eichhörnchen raus. Sie kamen sofort und brachten auch einen Krankenwagen mit. So wurde ich ins Krankenhaus gefahren und sie stellten keine Verletzungen fest. So ein Mist, jetzt war ich gezwungen bei der Polizei auszusagen. Allerdings war ich mal wieder übermotiviert und zu der Zeit glaubte ich noch an das Gute in den Menschen. Ich war mir sicher, dass die Polizei unser Freund und Helfer mich verstehen würde. Also ging ich zu der Aussage und erzählte ihnen meine Geschichte. Sie hörten mir zu, ohne mich zuunterbrechen. Als ich fertig war, sahen sie mich an und meinten, dass ich keine Angst zu haben bräuchte. Die Räuber würden nicht noch einmal die Chance bekommen mich zu überfallen. Ich korrigierte sie und sagte, das es keine Räuber sondern ein Eichhörnchen gewesen sei. Nach einer Zeit verloren sie die Geduld und entließen mich.